Geschichte des Wäschewaschens:
Waschwunder, Waschkessel und Wäschehäfen

                                gemauerter Waschkessel

Dass sich das Kochen der Wäsche besonders positiv auf die Lösung des Schmutzes auswirke, erkannte man schon sehr bald. Das war auch der Grund, weshalb stark verschmutzte Wäsche dieser Prozedur unterzogen wurde. Aber erst im 20. Jahrhundert wurde es auch aus hygienischem Grunde propagiert, da bei diesem Vorgang die Bakterien in der Wäsche abgetötet werden. Das Kochen der Wäsche geschah im Wäschehäfen, im tragbaren Waschkessel, den man im Haus oder draußen verwenden konnte,  oder im gemauerten Herd mit eingesetztem Kupferkessel. Geschah dieser Arbeitsvorgang im Haus, dann war die Luft in der Waschküche oder in dem Raum, in dem das Häfen auf dem Herd stand, ganz mit Wasserdampf versetzt. Am Glas der Fenster oder auch oft auf Wänden bildeten sich Wassertröpfchen. Zum Umrühren verwendete man Rührhölzer (auch Wäschelöffel genannt). 

Diese Arbeit des Umrührens ersparte man sich, indem man in das Auskochgefäß ein „Waschwunder“ einsetzte. Dessen Unterteil sah wie ein vergrößerter Metallflaschenkorken aus. Auf diesem lag nun die Wäsche in einem Abstand von 3 bis 5 cm vom eigentlich sehr heißen Kesselboden entfernt. Sie war dadurch nicht mehr der Gefahr des Kontaktes mit dem zu heißen Bodenblech ausgesetzt und konnte somit auch keine braunen Flecken bekommen. Der Unterteil des „Waschwunders“ hatte in der Mitte ein Loch, auf das ein senkrecht stehendes Rohr angebracht war. Durch dieses strömte das äußerst heiße Wasser aus dem Bereich unter dem „Waschwunder“ nach oben und sprudelte anschließend vom oberen Rohrende über die Wäsche. Somit entstand im Waschgefäß eine Wasserzirkulation, was die Waschwirkung des Auskochens erhöhte. Für diejenigen, welche die Funktion nicht durchschauten, war es ein wahres Wunder, was sich da im Wäschehäfen oder im Waschkessel abspielte.  
       Nicht erspart blieb der Waschfrau  jedoch, die heiße Wäsche aus dem Gefäß zu nehmen. Eine hölzerne Zange verhinderte, dass man sich dabei die Finger verbrannte.