Geschichte des Wäschewaschens
Waschküche und Waschküchenordnung

Waschküche

Wo wurde die Wäsche gewaschen?

"Wenn Frauen waschen und wursten, 
müssen Männer und Kinder hungern und dursten"


Zwei oder drei Tage hatten die Frauen weniger Zeit für die Familie, wenn sie früher die Wäsche wuschen, denn so lange dauerte diese mühevolle Prozedur. Sie verbrachten ihre Zeit nicht in der Wohnküche, wo sie ansonsten kochten und mit der Familie wohnten, sondern in der Waschküche. In diesem eigens fürs Wäschewaschen eingerichteten Raum, der zumeist im Keller war, wurde die Wäsche der letzten zwei oder drei Wochen gereinigt. In einem gemauerten Ofen konnte die Wäsche in einem Kupferkessel ausgekocht werden. Der Boden des Raumes war entweder mit Ziegeln ausgelegt oder war betoniert. Eine in die Bodenfläche eingelassene Vertiefung sorgte dafür, dass das Wasser abfließen konnte. In Städten wurde dieser Raum meist von mehreren Hausparteien nach einer fixen Einteilung, der Waschküchenordnung benutzt.
      Am Land wusch man die Wäsche vor dem Haus, im Vorhaus oder in einer dafür eigens errichteten Hütte, die oft direkt neben dem Bach stand.


Waschküchenordnung:

Die Benützung der Waschküche erfolgt nach der von der Gebäudeverwaltung durch Anschlag getroffenen Einteilung. Abänderungen können nur ausnahmsweise bei stichhältigen Gründen im Einvernehmen mit dem Hausbesorger bewilligt werden.

Für die Waschküche ist nur ein Schlüssel vorhanden und ist dieser vom Hausbesorger in Verwahrung zu nehmen. Vor dem Waschen hat die jeweilige Mietpartei den Schlüssel von ihm abzuholen und nach Beendigung des Waschens dort wieder abzugeben.

Vor Benützung der Waschküche und deren Einrichtungen sind rechtzeitig vorgefundene Mängel sofort dem Hausbesorger zu melden.

Nach Beendigung des Waschens ist die Waschküche einschließlich der Waschmaschine und Wäschezentrifuge tadellos gereinigt samt dem Waschküchenschlüssel dem Hausbesorger zu überantworten.

Waschgefäße, Wannen und dergleichen dürfen nach Benützung unter keinen Umständen in der Waschküche verbleiben.

Nach Beendigung des Waschens sind die laut Kontrollliste festgehaltenen Stromkosten samt Abnützungsgebühr für Waschmaschine und Wäschezentrifuge sofort dem Hausbesorger zu bezahlen.

Die Benützung der Waschküche sowie der Trockenplätze an Sonn- und Feiertagen ist verboten.

Das Waschen von Wäschestücken darf im allgemeinen nur in der Waschküche vorgenommen werden. Das Waschen für hausfremde Personen ist ausnahmslos untersagt.

Die Wäsche darf nur auf den hiezu bestimmten Plätzen - (Trockenboden oder im Hof) zum Trocknen aufgehängt werden. Keinesfalls darf die Wäsche auf dem Balkon getrocknet werden.

Bei Benützung des Trockenbodens müssen nachts oder bei Unwetter sämtliche
Dachfenster geschlossen sein.

Jede Mietpartei ist verpflichtet, mit dem Wasser sparsam umzugehen, weil unnötiger Wasserverbrauch die gemeinsam zu zahlenden Betriebskosten des Hauses erhöhen. Laufen lassen des Wassers, absichtlich oder durch mangelhafte Verschlussvorrichtung ist verboten.

Mit der vorhandenen NOVELLA-Waschmaschine und der Wäschezentrifuge ist mit Verständnis und Überlegung umzugehen; wir verweisen diesbezüglich auf die entsprechende Waschanleitung.

Grundsätzlich darf die Heizung an der Maschine erst dann eingeschaltet werden, wenn die Waschmaschine mit Wasser gefüllt ist.

Der aufgeklappte Deckel des Einfüllungsstutzens für Waschmittel darf unter keinen Umständen als Abstellplatte für Töpfe und dergleichen verwendet werden.

(Linz, am 1. Juni 1956, GKö-/Ai. Pensionisteninstitut der Linzer Elektrizitäts- und Straßenbahn-Aktiengesellschaft Gebäudeverwaltung)