Geschichte des Wäschewaschens
Waschglocke (Wäschestampfer)

Wäsche waschen mit den Füßen

Wäschestampfer ersetzte die Füße

In Pompeji entdeckte Fresken zeigen
Männer, die mit den Füßen die Wäsche waschen. Da die Römer schon vor mehr als zweitausend Jahren sehr modern bequem waren, gaben viele ihre wollene Oberbekleidung als große Wäsche außer Haus. Das konnten sie, denn im ganzen Lande besorgten damals die Tuchwalker ("fullones") auch das Reinigen der Kleider.
Auf diese Art die Wäsche zu waschen war auch in unserem Land bis ins 19. Jahrhundert mancherorts noch üblich. Nachdem das Waschbrett erfunden war, geriet diese Methode in Vergessenheit.
     
Beim Reiben der Wäsche auf der Waschrumpel wurde jedoch die Haut der Hände sehr aufgeweicht und die Knöchel oft wund gerieben. Deshalb suchte man nach Möglichkeiten, um beim Wäschewaschen die Hände nicht mehr so lange im Wasser zu haben. Die Lösung war der Wäschestampfer. Er hatte dieselbe Wirkung wie die Füße, mit denen man früher auf die Wäsche trat. Die ersten dieser Waschgeräte waren ganz aus Holz. Sie bekamen  jedoch durch das Austrocknen nach dem Waschtag sehr bald Risse, in welchen die Wäsche hängen blieb und beschädigt wurde. Aus diesem Grunde erzeugte man die "Glocke" (So nannte man den am Stiel befestigten Teil) aus Metall.
      
Der Erfindergeist verbesserte auch noch diese Version des Wäschestampfers. Im glockenförmigen Behälter steckt ein zusätzlicher Teil, sodass dazwischen ein Hohlraum gebildet wird. Der durchlöcherte Teil (auch Siebbecher genannt)  wird beim Stampfen gegen den Widerstand einer innen liegenden Federung gedrückt, die beim anschließenden Hochheben die beiden Teile wieder auseinanderdrückt.  Dabei presst die Wäscheglocke mit Siebbecher nicht nur die Lauge mit dem Schmutz aus dem Gewebe, sondern saugt die Lauge an und sprudelt diese dann anschließend wieder über das Waschgut, wodurch es gut durchflutet wird. So wird durch das sprudelnde Wasser das Gewebe durchspült und der gelockerte Schmutz besser fortgeschwemmt.
      
Es gab auch Wäschestampfer ohne Siebbecher, versehen mit einer Vorrichtung, mit der Luft durch den aus einem Rohr bestehenden Stiel und durch die Glocke ins Wasser geblasen wurde und das Wasser sprudeln ließ. Dies geschah händisch durch einen am oberen Ende des Stieles angebrachten Blasebalg.
      
Der letzte Schrei der Technik war jedoch Anfang der 50-er Jahre des vorigen Jahrhunderts ein Wäschestampfer, bei dem die Luft von einem kleinen Elektrogebläse durch den Stiel und den unteren glockenförmigen Teil in das Wasser geblasen wurde.

Bei den Staubsaugermodellen der damaligen Zeit konnte man den Saugschlauch auf zwei Seiten anschließen. Auf der einen Seite wurde Luft angesaugt, auf der anderen Seite wieder Luft ausgeblasen. Wenn man den Schlauch dort ansteckte, wo Luft ausgeblasen wurde und eine besondere Zusatzdüse aufsteckte, die man in die Waschlauge hielt, erzielte man dieselbe Wirkung wie bei dem vorher beschriebenen Gerät.

Noch heute verwenden manche Leute alte Wäschestampfer, wenn sie große Wäschestücke, z.B. Teppiche, die nicht in die Waschmaschine passen, in einer Badewannen händisch waschen.