Geschichte des Wäschewaschens
Waschbrett (Waschrumpel)

In dem Büchlein mit diesem Titel "Wegweiser zum häuslichen Glück", welches 1918 in seiner 4. Ausgabe erschien, steht:

"
In mancher Gegend wird die schmutzige Wäsche mit der Bürste gereinigt oder auf dem mit gewelltem Zinkblech beschlagenen Waschbrett behandelt. Die Erfahrung lehrt, dass diese gewaltsame Behandlung der Wäsche sehr nachteilig ist."

      Dieser Textausschnitt zeigt, dass man Neuartigem schon immer skeptisch gegenüberstand und Neuem etwas Schlechtes andichtete.
      Das älteste inventarisierte Waschbrett im Volkskundemuseum in Wien stammt aus 1818. Dieses Waschhilfsgerät gab es sicherlich schon weit früher. Um 1900 war es jedoch noch vielfach üblich, die Wäsche auf Steine oder einer Holzbank zu schlagen. Anderorts legte man die Wäschestücke auch auf die Bank und schlug mit einem Wäscheklopfholz darauf. Erst allmählich erkannte man, dass das Reiben auf dem Waschbrett die Wäsche gut reinigte und sie doch nicht so beschädigte, wie man zuerst glaubte. In den ländlichen Gegenden Österreichs wuschen bis 1955/60 noch viele Hausfrauen mit diesem Gerät.
      Die Waschbretter waren früher wohl hauptsächlich aus Holz. Es gab sie in den verschiedensten Ausführungen. Ein interessantes Ausstellungsstück des Museums ist der Waschrumpelhobel, mit dem man in ein zugeschnittenes Brett die Rillen hineinritzte. Die Herstellung aus Holz hatte den Nachteil, dass durch die Abreibung Unebenheiten und Risse entstanden, die dem Gewebe mit der Zeit schadeten. Deshalb stellte man sie aus widerstandsfähigerem Material wie z.B. aus Stein her.
      Ausgestellt sind aber auch Waschbretter mit Alublech oder emailliertem Blech, aus Glas, Porzellan und sogar aus Plastik. Für die Wäsche zwischendurch gab es ein eigens geformtes kleineres Eimerwaschbrett und das Waschbrett für die Wanne.
      Die Waschbretter wurden vielerorts nach dem rumpelnden Geräusch bei der Arbeit auch Waschrumpel genannt. Auch die Bezeichnung „Waschriffel" war gebräuchlich. Dabei waren die Riffel, die Rillen, die Namensgeber.