Geschichte des Wäschewaschens
Drehkreuz-Waschmaschinen

eine der ersten elektrischen Maschinen

Bereits 1913 baute Miele eine elektrische Waschmaschine.
Wie beim Waschbrett sind die Seitenwände des Bottichs und dessen Boden gerillt. Rührflüg
el , die beweglich sind, (auch Drehkreuz genannt), hängen ins Waschgut und ziehen es so an den Seitenwänden vorbei. Die Wirkung ist ähnlich der beim Rumpeln der Wäsche. Sogar einen Wäscheauswringer, der wegklappbar war, besaß dieses Waschmaschinenmodell.
      Interessant ist auch die Kraftübertragung vom Motor auf die Maschine. Sie erfolgt über Keilriemen und Kette. Eine Pleuelstange bewirkt die Links- und Rechtsbewegung der Rührflügel.
Solche Maschinen wurden vorwiegend in Wäschereien und größeren Gemeinschaften verwendet.
Eine solche
Miele-Rührflügelwaschmaschine mit elektrischem Antrieb ist im Museum zu besichtigen.
     Eine andere ausgestellte Miele Waschmaschine aus dem Jahre 1950 hat auch noch ein Drehkreuz, jedoch keine Rillen mehr in den Seitenwänden des Bottichs, da man erkannte, dass es schon genügt, wenn die Wäsche in der Waschlauge bewegt wird. Der Bottich war nun schon aus Metall und hatte dadurch den Vorteil, dass er jederzeit dicht war. Bei den Holzbottichen musste oftmals Wasser eingefüllt werden, damit das Holz durch die Feuchtigkeit aufquoll und so die Ritzen zwischen den Fugen dicht wurden. Diese Drehkreuzwaschmaschine mit Metallbottich war auch schon mit einer Heizspirale und einem Thermometer ausgestattet. Man konnte so das Wasser in der Maschine mit elektrischer Energie aufheizen. Auch ein Zeitschalter sorgte dafür, das sich die Maschine nach einem vorgegebenen Zeitintervall ausschaltete. Diese Waschmaschinen waren noch sehr teuer. Deshalb wurden sie nur von größeren Betrieben und reicheren Leuten gekauft.
     Im Normalhaushalt leistete man sich erst Mitte, bzw. Ende der Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts eine Waschmaschine. Dann aber entschied man sich für eine Kombiwaschmaschine, die auch eine elektrischen Zentrifuge eingebaut hatte. Da aber in einigen Haushalten die elektrische Wäscheschleuder zuerst angeschafft worden war, kaufte man dann nur eine einfache Drehkreuz-Waschmaschine dazu.
    Bei den meisten Maschinen dieses Systems musste man für die einzelnen Waschabschnitte immer wieder die Zeitdauer und die Wassertemperatur einstellen. Man konnte also nur kurzzeitig die Maschine alleine arbeiten lassen. Auch zum Schleudern wurde die Wäsche nach und nach immer in kleinen Mengen in die Zentrifuge eingelegt. Die Zeitersparnis war deshalb noch relativ gering. Man benötigte auch eine schöne Menge Waschpulver und Wasser: Für 1 kg Wäsche waren 15 bis 20 Liter Lauge notwendig. Wer also die Lauge ausnützen wollte, musste in der selben Lauge noch eine zweites Mal andere Schmutzwäsche waschen.
Der Nachteil dieser Maschinen war, dass das Waschkreuz (Drehkreuz) oder die Rührflügel beim direkten Kontakt mit der Wäsche dieselbe abnutzte.