Geschichte des Wäschewaschens
Wie glättete man die Wäsche ohne Bügeleisen?

Mangeln in der Großwäscherei


Hierüber können teilweise nur Vermutungen angestellt werden. Man nimmt an, dass ganz früher nur die Oberschicht einen Wert auf glatte Wäschestücke legte. Glatte Textilien erreichte man, indem man diese mit Knochen, größeren Tierzähnen, Muscheln, Steinen oder Glaskugeln rieb. Weil man dabei nicht besonders gute Ergebnisse erzielte, wurden die Kleidungsstoffe oft mit Flüssigkeiten vorbehandelt. Die Ägypter verwendeten eine Gummilösung, die Römer Urin.

Die Chinesen entdeckten schon zur Zeit der Han-Dynastie, dass Wärme den Glättvorgang erleichterte. Mehrere Personen hielten das zu glättende Wäschestück gespannt in der Schwebe, während andere an langen Stielen heiße Pfannen über das Wäschestück gleiten ließen.

Ganz ohne Hitze, aber mit viel Kraftaufwand, "bügelte" man in Europa vom Mittelalter  bis teilweise ins 20. Jahrhundert  mit großen hölzernen Wäschemangeln. Dabei wurden auf meist zwei Rundhölzern ähnlich einem Nudelwalker die zusammengefalteten Wäschestücke gewickelt. Diese legte man auf einen Tisch, der wie eine umgestürzte nach unten offene Kiste aussah. Die Wäscherollen beschwerte man mit einer mit Steinen gefüllten Lade. Diese schob die Büglerin auf den Wäscherollen so lange hin und her, bis die Wäsche glatt war und glänzte. Verletzungen beim Einlegen und Herausnehmen, der mit Wäsche umwickelten Rollen, waren keine Seltenheit. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzeugte man für Großwäschereien große Mangeln aus Metall, die mit Dampf beheizt wurden. Im Privathaushalt standen bis zu Beginn der Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts Mangeln aus Gusseisen mit Holzwalzen in Verwendung. Ein große Stahlfeder, die nachgespannt werden konnte, sorgte für den passenden Pressdruck auf die Wäschestücke, die zwischen zwei Walzen hindurch geführt wurden. Größere Wäschestücke wurden gefaltet, damit sie nicht zu breit waren und durch die Mangel gedreht werden konnten. 

Da in der folgenden  Zeit in den meisten Haushalten der Strom eingeleitet wurde, wurden nun auch elektrische beheizte und betriebene Bügelmaschinen erzeugt, deren Ergebnisse nun wirklich eine schön geglättete Wäsche war.