Geschichte des Wäschewaschens
Laugenstrahl-Waschmaschine

Laugenstrahl-Waschmaschine:Innenansicht

Die Laugenstrahl-Waschmaschine war sehr Wäsche schonend. Kein Antriebskörper schaute mehr in den Waschbehälter hinein. Die Wäsche wurde durch Wasserstrahlen, die aus seitlich unten im Waschbehälter befindlichen Löchern spritzte, bewegt. Durch ein Sieb im Waschbehälterboden wurde die Lauge abgepumpt und durch die Löcher wieder heraus gepresst. Durch die Wasserstrahlen wurde das Waschgut, das sich gerade vor den Löcher befand, in Bewegung versetzt.

Noch ausgeklügelter war die Emmer-Waschmaschine: Sie arbeitete nach dem Strömungsverfahren. Aus einer sich schnell drehende Laugenstrahlscheibe strömten vier Laugenstrahlen in den Waschbehälter. Sie versetzten die sich dort befindliche Lauge in starke Bewegung. Die Wäsche wurde dabei von allen Seiten durchflutet, gedreht und gewendet, wodurch in wenigen Minuten eine hervorragende Reinigung erzielt wurde.

Diese Waschmaschine konnte man auch selber zusammen bauen

Die Firma Emmer aus Linz (Oberösterreich) stellte Ende der Fünfziger Jahre Selbstbau-Waschmaschinen her. Das Besondere war, dass man nicht nur ganze Maschinen, sondern auch Teile für die Selbstherstellung einer solchen Waschmaschine verkaufte.
      Sämtliche Teile wurden einzeln sowie in verschiedenem Zustand, also entweder roh, verarbeitet oder einbaufertig geliefert. Jeder Selbstbauer war so in der Lage sich im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten, die Maschine zu bauen. Vom einfachen Montieren der einbaufertigen Serienteile bis zur kompletten Selbstherstellung war ein weiter Spielraum gegeben, der es jedermann ermöglichte, in den Besitz einer modernen und leistungsfähigen Waschmaschine zu gelangen. Die Herstellung der Einzelteile und der Montage war an Hand von Zeichnungen gut ersichtlich.
      In einem Reklameheftchen ist zu lesen: Vor der Anfertigung der Teile wird man sich wohl am zweckmäßigsten die Preisliste der Fertigteile genau durchsehen und dabei feststellen müssen, dass sich bei einer ganzen Reihe von Teilen die Selbstherstellung gar nicht lohnt.
Meine Eltern entschlossen sich deshalb im Juli 1959 einen kompletten Bausatz ohne Wringer um ATS 1.480,- zu kaufen. Die Ausführung in Nirosta musste extra mit ATS 400,- und die Heizung mit Zeitschaltuhr zusätzlich mit ATS 392,- bezahlt werden.