Geschichte des Wäschewaschens
Waschtag in den ersten Nachkriegsjahren

alte Waschküche

Ein Waschtag „Anno dazumal" unterscheidet sich gänzlich von heutigen Waschtagen.

Jede Wohnpartei hatte nur einmal in 4 Wochen einen Waschtag zugeteilt. Weiters mangelte es auch noch an Brennmaterial zum Anheizen des Waschkessels, denn die vorerst „eingeweichte Wäsche" -Vorgang zur Auflösung von eventuellen Schmutzrändern, beispielsweise auf Hemdkrägen und Manschetten, obendrein wenn vorhanden auch noch mit Kernseife „eingeseift" werden musste, also wurde jedweder brennbare Abfall wie Papierln, Knochen, alte Schuhe und dergleichen in einem Jutesack im Keller gesammelt und diente dann zum Anheizen des kupfernen Waschkessels. Die sortierte Wäsche wurde dann, die Weißwäsche zuerst, mit dem altbekannten „Persil" ausgekocht.

Beginn des Waschtages war meist schon um 6 Uhr früh. Dann musste die heiße Wäsche gerumpelt, also mittels eines Waschbrettes - genannt „Rumpel" bearbeitet werden, hierzu kommt auch noch meist eine Behandlung mit einer nicht zu scharfen Bürste alles mehr oder minder schwere Arbeit. Hierzu kommt auch noch, dass seinerzeit die Wäsche nicht so oft wie heute gewechselt werden konnte, denn wer hätte beispielsweise 28 Höschen, Hemdchen usw. gehabt? Erschwerend kam noch hinzu, dass in der Waschküche nicht einmal elektrisches Licht vorhanden war und wir mit der Petroleumlampe in den kürzeren Tagen ein Behelfsmittel für Beleuchtung haben mussten. Vom Dampf des Wäschekochens stammte auch der Ausdruck „Bei Nebel sieht es wie in einer Waschküche aus“. Nun hieß es wieder heißes Wasser für den ersten Schwemmvorgang bereiten zu müssen. Meist sprang bei der Heizarbeit mein Ehemann ein. Die Wäsche musste ja immer händisch „ausgewrungen" und dann mindestens noch zweimal kalt geschwemmt werden, ohne festen Brennstoff wie Kohle oder Holz konnte man gar nicht mit den Abfällen rasch Heißwasser bereiten. Das Schwemmen der großen Wäschestücke, wie Bettbezüge oder Leintücher, stellte auch Schwerarbeit dar. In der Lauge des ersten Weißwäschekessels wurde dann noch die Buntwäsche, Arbeitskleidung, Putzfetzen und ähnliches nach dem gleichen Vorgang behandelt. Bei den Wäschebergen dauerte ein Waschtag mit noch notwendigem Aufhängen der Wäsche am Dachboden bis 5 Uhr am Nachmittag.

Erschwerend war ein Waschtag in den strengen Wintermonaten noch, weil die Wäsche nach dem „Über-Nacht-Einweichen" im Waschtrog eingefroren war. Beim Aufhängen der Wäsche blieben die Finger am Wäschestrick fast angefroren und die Wäsche hing „steif wie Männchen" an der Leine.

Gedanken zum Waschtag von früher, niedergeschrieben im August 1999 Trude Slezacek, Possingergasse 5/2, A-1150 Wien