Geschichte des Wäschewaschens
erste elektrische Trommel-Waschmaschinen

         Trommelwaschmaschine "Zanker"

    In einem beheizbaren Waschkessel war die Wäschetrommel eingebaut. Bewegt wurde sie mit einem Elektromotor. Für ein gutes Waschergebnis war das Ändern der Drehrichtung der Trommel wichtig. Dies war bei handbetriebenen Geräten kein Problem, wohl aber bei elektrischem Betrieb. Zu dieser Zeit musste man dies mechanisch lösen. Bei dieser Waschmaschine nach dem System "Zanker" besorgt dies ein komplizierter Mechanismus: Ein kleines Rädchen auf der Arbeitswelle streifte bei jeder Umdrehung einen Schwengel und drehte sich um einige Grade weiter, solange bis es nach einer vollen Umdrehung auf Widerstand stieß und sich nicht mehr weiterdrehen konnte. Es warf daher den Schwengel herum, der wieder einen Schalthebel auslöste, der die für die Richtungsänderung bestimmten Riemenscheiben nach links oder rechts bewegte.

    Die kleine Trommelwaschmaschine des Schweizer Herstellers ZET konnte man auf einen Tisch oder eine Bank stellen. Da sich in den Fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch wenig Leute eine Waschmaschine leisten konnten, war dies ein ideales Gerät zum Verborgen. Mit einem Handwagen wurde dann das Gerät am Vortag beim Elektrohändler abgeholt und am Abend wieder zurückgebracht. Diese Maschine hatte schon einen Wasseranschlussschlauch und einen Abflussschlauch. Durch letzteren wurde das Wasser nicht aus der Maschine gepumpt, sondern er musste unter das Niveau des Laugenbehälters gehalten werden, damit das schmutzige Wasser abfloss. Das Waschpulver wurde mit einem Trichter eingefüllt. Die Lauge konnte elektrisch erhitzt werden. Mit einem Zeitschalter konnte man die Dauer des Aufheizens, aber auch die Dauer des Waschvorgangs steuern.

    Die Firma Eudora aus Wels in Oberösterreich erzeugte im Jahre 1957 eine Trommelwaschmaschine, die unter der Trommel eine Wäscheschleuder eingebaut hatte. Da sich die Trommel für einen Schleudervorgang noch zu wenig schnell drehte, war die Verwendung einer Wäschezentrifuge zum Entfeuchten der Wäsche von Vorteil. Da die Wäscheschleuder im geöffneten Zustand wie der Beutel eines Kängurus aussah, wurde die Waschmaschine als "Känguruwaschmaschine" bekannt.