Geschichte des Wäschewaschens
Rasenbleiche, Waschblau

Wiesenbleiche

Hühnerfußabdrücke auf der Wäsche

Über die zum
Bleichen auf der Wiese aufgelegten Wäschestücke liefen nicht selten Hühner oder Gänse und machten die ganze Mühe um eine blendend weiße Wäsche zunichte. Damit die Bleiche der Wäsche schneller von statten ging, wurde bei uns bis vor 40 Jahren diese mit einer Gießkanne mit Wasser besprengt. Durch die Sonneneinstrahlung entsteht dabei aus Wasser und Luft eine geringe Menge Wasserstoffperoxyd, ein Bleichmittel, das bleichenden Sauerstoff abgibt, der die Wäsche bleicht.  Die Rasenbleiche war mühsam und langwierig: Die reingewaschenen Wäschestücke wurden unausgewrungen mit dem darin haftenden Seifenwasser auf die Rasenfläche, die weder erst abgemäht sein noch zu hohes Gras haben durfte, gelegt. Man hatte dafür zu sorgen, dass die Wäschestücke umgedreht wurden. Auch durfte die Wäsche niemals trocken in der Sonne liegen. Gebleichte Wäsche musste besonders sorgsam gespült werden.
      Dieselbe Wirkung, die die Sommerbleiche auf die Wäsche ausübte, hatte das Gefrieren der Wäsche auf reinem Schnee und auf der Leine.
      Viele Leute bedienten sich aber einer anderen Art des Bleichens. Beim letzten Ausspülen der Wäsche gab man so viel Waschblau (=blauer Farbstoff, auch Ultramarin genannt) ins Wasser, was die hineingetauchte und anschließend gleich wieder herausgezogene Wäsche schön weiß erscheinen ließ. Blau hebt als Komplementärfarbe von Gelb dessen Farbeindruck auf – es lässt die Wäsche weiß erscheinen, was sie in Wirklichkeit aber nicht ist.