Geschichte des Wäschewaschens
Aufhängen und Trocknen der Wäsche

Eine Männerunterhose soll man als erstes Stück aufhängen

Wäscheaufhängen auf Stangen


Man glaubte früher nämlich, dass dies einen guten Wind zum Trocknen bewirke. Der Vorgang des Wäscheaufhängens wurde zu dieser Zeit sehr vom Aberglauben bestimmt. Kinderwäsche hängte man nur am Tag auf, da über Nacht aufgehängte Kinderwäsche den Kindern unruhigen Schlaf bereiten würde. Über Silvester durfte man auch kein Wäschestück hängen lassen, da ansonsten im neuen Jahr ein Unglück passieren würde. Ein beim Aufhängen knisternder Wäschekorb bedeutete die baldige Ankunft eines Kindes. Die damaligen Wäschekörbe waren aus Weidenzweigen geflochten und knisterten sehr oft. Heutige Wäschekörbe sind aus Plastik und knistern eher selten. Der heutige Geburtenrückgang ist wahrscheinlich damit erklärt.
     
 Die Wäsche wurde früher nicht auf Schnüren, sondern auf Stangen aufgehängt. Die Stangen waren zwischen Bäumen, an Hausmauern und auf Dachböden. Kleinere Wäschemengen trocknete man auf Stangen oberhalb des Kachelofens.
      Mit der Zeit setzte sich aber das Trocknen der Wäsche auf der Wäscheleine durch. Sie wurde jeweils extra zum Trocknen neu gespannt. Das feste Spannen erforderte oft auch die Mithilfe einer zweiten Person. Vielfach wurde die aus Hanfseil bestehende Leine ausgekocht, damit sie für den Trockenvorgang ganz sauber war. Schwere große Wäschestücke zogen den Strick stark zu Boden. Zur Unterstützung klemmte man sogenannte Spreitzen in den Strick. Sie waren aus Weichholz, möglichst glatt, mit einer Kerbe am Stangenende.